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Science Slam oder was Wanderer, Badeschlapfen und Geschäftsprozesse verbindet

Am 04. November 2014 fand im Treibhaus Innsbruck der 4. Innsbrucker Science Slam statt. Die Informatikerin Barbara Weber präsentierte humorvoll und gewandt, wie Geschäftsprozesse besser unterstützt werden können.

Nur sechs Minuten stehen bei einem Science Slam zur Verfügung, um sein Forschungsgebiet verständlich und pointiert zu vermitteln. Dieser Herausforderung stellte sich Barbara Weber vom Institut für Informatik und wagte sich als Slammerin an ihr Thema „Geschäftsprozesse besser unterstützen“ heran. Unterstützt wurde Barbara Weber von Simon Haller, Manuel Neurauter und Gabriele Strasser. In der Forschung von Weber geht es um Prozesse in Organisationen und deren Unterstützung durch Informationstechnologie. Um ihre Forschung greifbar zu machen, lud sie die ZuhörerInnen im Treibhaus ein, mit in die Welt der Berge einzutauchen. Wie ein Zielzustand erreicht werden kann und welche Wege wie begangen werden können, findet durchaus Parallelen mit der Bergwelt. Beispielsweise bestehen Anforderungen an Wanderer, Ausrüstung und Umwelteinflüssen. Dies wurde auf der Bühne mit tatkräftiger Unterstützung eines jungen, strammen Bergsteigers in Sandalen, der in Bergnot geraten ist und einer guten Fee präsentiert, die dem Wanderer schlussendlich mittels gezielter Hilfestellungen zum Gipfelsieg verhilft.

The Modeling Mind – Interdisziplinäres Forschungsprojekt

Das fächerübergreifende Team aus InformatikerInnen und Psychologen beschäftigt sich im Rahmen des vom FWF geförderten Projekts Modeling Mind mit der Modellierung von Geschäftsprozessen. Ziel ist es, eine personalisierte Modellierungsumgebung zu entwickeln, die Modellierern hilft, Modelle mit hoher Qualität zu erzeugen. Grundvoraussetzung für das Entwickeln einer solchen Modellierungsumgebung ist ein besseres Verstehen des Prozesses der Prozessmodellierung (PPM). Während wir ein gutes Verständnis darüber haben, dass Eigenschaften der Aufgabe (z.B.: Komplexität des zu modellierenden Prozesses) sowie Eigenschaften des Modellierers (z.B.: Domänenwissen, Prozessmodellierungskompetenz, Arbeitsgedächtniskapazität) einen Einfluss auf die Prozessqualität haben, ist das Wissen darüber, wie diese Faktoren den Modellierungsprozess beeinflussen, bisher nur sehr unzureichend verstanden. Um ein besseres Verständnis über den PPM zu erlangen werden sämtliche Interaktionen des Modellierers mit einer eigens dafür entwickelten Modellierungsumgebung (Cheetah Experimental Platform) aufgezeichnet. Darüber hinaus wird versucht, die kognitive Beanspruchung des Modellierers während des gesamten Modellierungsprozesses zu messen. Dazu wird einerseits Eye Tracking verwendet, um die Aktivität der Augen während des PPM zu messen und aus den Veränderungen der Pupillengröße die aktuelle kognitive Beanspruchung abzuleiten. Andererseits wird versucht die kognitive Beanspruchung mittels Messungen der Herzratenvariabilität (d.h. Veränderungen in den Abständen zwischen den Herzschlägen) zu messen. Je anstrengender eine Tätigkeit ausfällt, umso geringe ist die Herzratenvariabilität. BPM_Plakat

The Making Of

Das Science-Slam-Team um Barbara Weber mit Simon Haller, Manuel Neurauter und Gabriele Strasser hatte nur eine Woche Vorbereitungszeit. Zu Beginn war das Brainstorming, aus dem sich innerhalb eines Tages die konkrete Idee entwickelte. Rund um die Idee wurden die Materialien vorbereitet, die Story immer wieder adaptiert und der Auftritt mehrere Male geprobt.

Links
http://bpm.q-e.at/
http://www.scienceslam.at
Video zum Science Slam
https://www.youtube.com/watch?v=F7L2-Ph9TAk

Fotos:

Foto-Credits by Christian Flatz, Daniel Polacek, Gabriele Strasser

(Gabriele Strasser/Barbara Weber)